Gott, wie ich diese Frage hasse! Dabei ist es doch völlig legitim, sich zu erkundigen, welchen Aufgaben der geschätzte Gesprächspartner Tag für Tag nachgeht. Peinlich wird’s aber spätestens dann, wenn man sein Bestes tut, den Job zu erklären – dafür aber nur verwunderte Blicke und höfliches, Zustimmung suggerierendes Nicken erntet. In Wahrheit denkt mein Gegenüber nämlich längst: ‚Ich hab‘ keinen blassen Schimmer, wovon der redet!‘

Benni_bearbeitet

Der Anfang allen Übels sind dabei meist die viel zitierten, aber insgeheim doch verhassten Anglizismen. Na, klingelt’s? Sie haben doch bestimmt schon Bekanntschaft mit jeder Menge Facility Managern oder Directors of Human Resources gemacht. Und jetzt kommt noch ein Senior Consultant hinzu. Denn genau als solcher müsste ich mich Ihnen vorstellen, wenn ich diesen ganzen Internationalisierungsquatsch mitmachen würde. Mein Fachgebiet? Nun, da gibt es viele. Ohne Probleme könnte ich Ihnen jetzt einen Vortrag über Public-Relations-Strategien, Corporate-Publishing-Produkte oder Social-Media-Fanpages halten. Denn schließlich prägen all diese Begriffe meinen beruflichen Alltag in der PresseCompany.

Spätestens an diesem Punkt kommt in der Regel die erste Rückfrage: Meist ist sie vorsichtig formuliert, man will ja nicht offen bekennen, dass man als Weltbürger vom Experten-Denglish der anderen gerne mal überfordert ist. Deshalb wirft man zunächst ein interessiertes ‚Und was ist das jetzt genau?‘ in die Runde, um das Eis zu brechen. So war es zumindest bei meinen Eltern, meinen Freunden und meinen Nachbarn, als ich gebeten wurde, von meinem Job zu berichten.

Um die Wahrheit zu sagen: Ich kann das voll und ganz verstehen. Deshalb mache ich an dieser Stelle einen Cut – Verzeihung, ich wollte sagen: Schnitt – und gebe einfach in eigenen Worten wieder, womit ich mich beruflich beschäftige. Ich arbeite als Berater in einer Kommunikationsagentur, schreibe im Auftrag unserer Kunden Pressemitteilungen, entwickle Kommunikationskonzepte, organisiere Veranstaltungen und betreue die grafische Gestaltung von Fachpublikationen. Ich weiß, das klingt immer noch ziemlich abgefahren. Aber eins kann ich Ihnen garantieren: Das alles ist unheimlich spannend und macht wirklich Spaß. Wenn ich Sie also mit meinen Ausführungen nicht zu sehr verschreckt habe, besuchen Sie uns doch einfach bei nächster Gelegenheit in Stuttgart. Dann zeige ich Ihnen gerne persönlich die Ergebnisse unserer Arbeit, damit wir nicht mehr darüber reden müssen. Doch nun genug von mir – was ich schon immer wissen wollte: Was machen eigentlich Sie so…?