PresseCompany Blog

Kommunikationsagentur aus Stuttgart

Tag: Stuttgart

Auf der Suche nach geeigneten Locations, unterhaltsamen Grillmeistern und dem perfekten Steak

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Als ich im Oktober letzten Jahres bei der PresseCompany als Eventmanagerin angefangen habe, war eine meiner ersten Aufgaben die Planung der diesjährigen Grill-Event-Reihe „meet&grill“. Die Grillveranstaltungen wurden für 2017 auf zwölf verdoppelt und werden nun an sechs zusätzlichen Standorten deutschlandweit durchgeführt. Meine Aufgabe als Eventmanagerin ist hierbei nicht nur die Veranstaltungsdurchführung am Grill-Abend, sondern auch die komplette Vorbereitung des Events. Von der Terminfindung und Location-Suche über die Sponsoren- und Teilnehmerakquise bis hin zur Give-Away-Suche muss alles genauestens durchgeplant und ein ständiger „Soll-Ist-Vergleich“ durchgeführt werden. Dabei helfen die Projektpläne der einzelnen Veranstaltungen. Projektpläne zeichnen sich dadurch aus, dass sie genauestens aufführen, wann welche Aufgabe von wem aus dem Team durchzuführen ist. Dabei wird eines klar: Eine Event-Reihe ist keineswegs die Arbeit eines Einzelnen, hier zählt Teamwork! Neben der Event-Abteilung sind die PR-Berater unabdinglich für das Verfassen von Anzeigen- und Einladungsinhalten. Ebenso unerlässlich sind unsere Grafiker, die durch kreative Ideen jeder Event-Reihe einen einzigartigen und individuellen Charakter verleihen. Wenn also eine Aufgabe in Verzug gerät, wirkt sich das auf alle folgenden Aufgaben aus und sollte schnellstens nachgeholt werden.

Wichtige Bestandteile meiner Arbeit sind vor allem die Location-Auswahl und damit auch die Suche nach einem unterhaltsamen Grillmeister sowie die Bestimmung harmonierender Menüs. Natürlich ist es besonders schwer, die richtige Location in einer Stadt zu finden, die weit von Stuttgart entfernt ist. Deshalb legen wir besonders viel Wert auf eine Besichtigung der Grillstätte. So können wir uns vor Ort einen Eindruck von der Koch-/Grillschule sowie den Kochutensilien und den Köchen machen. Am Veranstaltungsabend ist ein Grillmeister wichtig, der seinen Beruf ernst nimmt, unseren Teilnehmern Wissen vermitteln möchte und einen Unterhaltungswert bieten kann. Auch die Auswahl des Grill-Menüs ist für eine gelungene Veranstaltung sehr wichtig. Denn dadurch werden die Teilnehmer auf die Veranstaltung eingestimmt und der Appetit sowie die Vorfreude angeregt. Ein toller Nebeneffekt der Menüauswahl ist, dass ich ungewöhnliche Fleischsorten und Variationen probieren darf, die ich normalerweise nicht grillen oder kombinieren würde.

Als nächster Schritt folgt dann das Teilnehmermanagement. Unsere drei Zielgruppen, bestehend aus Hausverwaltern, Bauträgern/Projektentwicklern und Wohnungsbaugenossenschaften sowie Wohnungsbaugesellschaften, werden zunächst mittels „Save the Date“ angeschrieben. Ein paar Wochen danach folgt die postalische Einladung. Parallel läuft das Teilnehmerhandling bis zwei Wochen vor dem Veranstaltungsdatum, dem Anmeldeschluss. Dabei werden die Daten der Teilnehmer in einer Liste erfasst und anschließend erfolgt die Teilnahmebestätigungs- oder Absagemail, die leider versendet werden muss, wenn sich zu viele Teilnehmer für einen Grill-Abend anmelden.

Nun folgt der beste und spannendste Teil des Eventmanagements: „meet&grill“! Am Veranstaltungstag werden die letzten Vorbereitungen getroffen – dazu gehört Namenschilder ausdrucken, Fotokamera laden und Sachen packen, denn es geht in eine der zwölf ausgewählten Städte! Dort angekommen richte ich die „Give-Away-Taschen“, die am Ende des Abends von den Teilnehmern mitgenommen werden dürfen. Endlich treffen die Gäste ein… kommen alle, oder gibt es kurzfristige Absagen? Spannende Minuten gehen vorbei. Es folgt die kurze Eröffnungsrede, bei der ich alle wichtigen Infos des Abends verkünde, unsere Partner/Sponsoren stellen sich vor und ich übergebe an den Grillmeister. Die Grills laufen heiß, das Menü wird von den Teilnehmern vorbereitet, überall wird genetworkt und endlich geht es an die Grills. Hier zeigt der Grillmeister alle Tricks und Kniffe beim Grillen, Braten, Dämpfen und führt alle wichtigen Utensilien für das perfekte Steak und einen vorzüglichen Fisch vor. Nach dem das 4-Gänge-Menü gegessen und alle Teilnehmer und Sponsoren verabschiedet wurden, heißt es für mich durchatmen: geschafft! Jetzt kann ich entspannt ins Bett fallen!

Fest steht: Die harte Arbeit während meines dualen Studiums „BWL-Messe-, Kongress- und Eventmanagement“ in Ravensburg war jede Sekunde wert, denn dadurch kann ich meinen Traum als Eventmanagerin leben :)

Der Weg zur Arbeit

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Wie kommt man in Stuttgart am schnellsten von A nach B? Diese Frage habe ich mir schon oft gestellt. Seit dieser Woche bin ich Volontär bei der PresseCompany und jetzt heißt die Frage für mich ganz konkret: Wie komme ich am schnellsten von Riedenberg in die Reinsburgstraße? Riedenberg liegt in der Nähe des Fernsehturms. Oben. Die Reinsburgstraße befindet sich im Herzen Stuttgarts. Unten.

Auto? Wäre sicher die gemütlichste Alternative. Aber in der Landeshauptstadt sind Parkplätze Mangelware. Außerdem ist der morgendliche Berufsverkehr das reinste Chaos. Und da wäre natürlich noch die ewige Feinstaubdiskussion. Aber lassen wir das. Auf das Auto ist meine Wahl jedenfalls nicht gefallen.

Bahnfahren? 2,90 Euro pro Fahrt sind nicht gerade günstig. 25 Minuten reine Fahrzeit sind gut. Allerdings brauche ich zu Fuß, von Zuhause aus, zehn Minuten zu meiner Haltestelle. Von der Haltestelle Schwabstraße in die Reinsburgstraße sind es nochmal fünf Minuten. Bahnfahren ist also teuer und für mich nur auf den ersten Blick schnell. Daher ist die Bahn auch raus.

Laufen? Nein.

Fahrrad? Keine laufenden Kosten und 30 Minuten von meiner Haustür zur Arbeit. Unschlagbare Argumente. Außerdem fahre ich sowieso gerne Rad. Das Fahrrad ist mein Favorit.

Der erste Arbeitstag. Tasche gepackt, Helm auf, Jacke zu und los. Ich stelle fest, dass es Anfang April morgens noch etwas kalt ist. Eigentlich fahre ich nur den Berg runter. Erst auf der Straße und dann durch den Wald, dann wieder auf der Straße. Die Autofahrer, die ich auf meinem Weg passiere, wirken nicht gerade begeistert. Wahrscheinlich liegt es daran, dass sie im Stau stehen. Ich bin froh, dass ich nicht in einem dieser Autos sitze. In der Reinsburgstraße angekommen, schließe ich mein Fahrrad ab. Eine App sagt mir, dass ich 339 Höhenmeter zurückgelegt habe, 236 davon bergab. Ich bin zufrieden mit meiner Wahl, auch wenn ich kurz an die Heimfahrt denke, auf der ich das alles wieder hochfahren muss.

Wir spulen vor. Feierabend. Ich hatte einen tollen ersten Arbeitstag und jetzt geht es wieder nach Hause. Helm auf, Jacke zu und los. Es geht fast nur bergauf. Ich mache meine Jacke wieder auf, dann ziehe ich sie ganz aus. Die Autofahrer, die mich auf meinem Weg passieren, wirken immer noch nicht begeistert. Keine Ahnung wieso. Ist mir auch egal. Ich würde jetzt gerne in einem dieser Autos sitzen. Dann habe ich es endlich geschafft. Ich bin oben. Die letzten Meter rolle ich bergab nach Hause. Auch wenn der Heimweg anstrengend war, fühle ich mich, jetzt wo ich oben bin, gut.

Die nächsten Tage werde ich wieder mit meinem Fahrrad losziehen. Und wenn ich mal gar keine Lust auf die Heimfahrt habe, fahren mein Rad und ich einfach mit der Zahnradbahn den Berg hoch.

Stuttgart-Bashing – der Klassiker

Ein gutes dreiviertel Jahr ist es her, dass ich meinen bayerischen Schafkopf-Spezis und Bergsteigerfreunden bei Radi, Brezn und einer zünftigen Halben den Entschluss verkündet habe, von Augsburg nach Stuttgart rüberzumachen.

„Ja Himmisakra, Bierdimpfibazi, Deifi do scheichst di!“ maulten die Damen im Chor und unser weiß-blauer Himmel verfinsterte sich für einen Moment.

Postwendend bekam ich folgenden Witz zu hören:

„Ein Preuße, ein Bayer und ein Schwabe sitzen beisammen und trinken Bier. Da fliegt eine Fliege in das Bier des Preußen. Der Preuße verzieht sein Gesicht und schüttet das ganze Bier weg. Als nächstes fliegt eine Fliege in das Bier des Bayern. Der trinkt einen Schluck mit Fliege, spuckt sie aus und trinkt sein Bier weiter, ohne mit der Wimper zu zucken. Schließlich landet eine dritte Fliege im Bier des Schwaben. Dieser fasst die Fliege vorsichtig an den Flügelchen, fischt die sie aus dem Bier und faucht sie an: ‚Na los du Halbseggl, spucks wieder aus!‘“

Damit war also der vorurteilsschwere Erwartungshorizont skizziert, mit dem ich argwöhnisch meiner Zukunft in Stuttgart entgegenblickte.

Wenig später, bei meinem ersten Besuch in der Schwabenmetropole, war dann gerade Wasen. So schlimm wird es nicht werden, beruhigte ich mich: Hier fahren die Mitbürgerinnen und Mitbürger in Dirndl und Lederhosen U-Bahn. Ganz wia Dahoam. Außerdem liegt Augsburg weder in Oberbayern noch in Niederbayern sondern in Bayrisch-Schwaben… so unüberwindlich groß kann die Kluft ja gar nicht sein. Aber, Sie ahnen es: falsch gedacht. Und einige Monate nach meinem Abschied von Augsburg ist die unvermeidliche, die unumgängliche, die obligatorische, die zum guten Ton gehörende, die für jeden Neu-Stuttgarter – der guten Sitten wegen – verpflichtende Stuttgart-Bashing-Runde so langsam überfällig.

Na oiso! Samma´s:

Die Kehrwoche! Der Dialekt! Die Maultäschle! Die kafkaesken Betonwüsten! Die Häuslebauer! Die Sparsamkeit! Der Smog im Kessel! Die Wohnungsnot! Die schwäbische Alb: Früh übt sich, was ein ausgewachsener Berg werden will…!

Nachdem die gnadenlosen Klassiker unter den Stuttgart-Ressentiments damit eiskalt abgehakt wären, wenden wir uns sogleich – und mit einer Prise Feingefühl – meinen ganz privaten Erfahrungen zu:

Ich (im Büro, auf Provokation aus) verkünde zu Mittag lautstark „An Guadn!“ – woraufhin mir meine Kollegin Michi strahlend und in makelloser hannoveranischer Hochlautung „einen guten Appetit“ wünscht. Wie ich bald zu meiner großen Freude entdecke, haben wir einen weiteren Exilaugsburger im Team. Hannes, der wissend nickt, wenn ich „Riegele“ sage. Aufatmen: Ich bin nicht allein. Und von Knausrigkeit keine Spur. Schokoladen-Sharing steht bei der PresseCompany auf der Tagesordnung.

Aber dann verabredet sich die Agentur zum gemeinsamen Frühjahrs-Wasen-Besuch. Beim Vorglühen im Büro ein paar Zwiefache und Gschtanzl anstimmen? Keine Chance. In Dirndl beziehungsweise Lederhosen erscheinen nur Katrin, unsere Eventmanagerin aus dem Rheinland, Chef Rainer und ich. Meine alteingesessenen Kollegen klären mich auf: Der Württemberger, der „echte“ Württemberger wohlgemerkt, beäugt misstrauisch die Bajuwarisierung des Wasens und ist der Lederhosen und Dirndl-Mode gegenüber kritisch eingestellt. „Mhm…“ denke ich halblaut und nippe verstohlen an meinem Trollinger.

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Im Bierzelt angekommen treiben mich gleich mehrere Frage um: Was zum Geier haben die Maultäschle neben dem Brathendl auf der Karte zu suchen? Und seit wann heißt die Brezn Brezel? Besteht ein irgendein Zusammenhang zwischen Gewandung und Feierlaune? Immerhin: die Band singt im besten Allgäuerisch und das Publikum tanzt auf den Tischen.

Trotzdem, ich werde langsam sauer:

Sobald man auf der Landstraße die Grenze von Bayern nach Baden-Württemberg überquert hat, gibt es in jedem Dorf mindestens zwei hinterrücks installierte Blitzer. Was bitteschön, ist Gottlieb Daimler gegen Jakob Fugger? Nichts als ein leise verpuffender Puuups in der Wirtschaftsgeschichte! Bildet sich dieser Killesberg allen Ernstes ein, gegen die Fuggerei anstinken zu können? Was sind das Äffle und das Pferdle gegen Jim Knopf und das Urmel aus dem Eis? Und warum bekommt ihr Stuttgarter es nicht hin, ein vernünftiges Sauerteigbrot zu backen? Mit einer dicken, würzigen Kruste und innen nicht labbrig? Ist das denn so schwer? Werde ich für den Rest meines Lebens durch die ganze Stadt rennen, um in der Hofpfisterei-Dependance Brot zu kaufen, das von München in aller Herrgottsfrüh herangekarrt wird? Des is doch deppert! Und wieso kennt hier keiner den Fredl Fesl, Koflgschroa, Gerhard Polt und die Biermösl Blosn?

Allerdings:

Die Blaskapellendichte in der Region Stuttgart ist mit der des Bayerischen Oberlands voll auf Augenhöhe und wer morgens um sieben Uhr durch den Schlossgarten läuft, trifft dort auf Grüppchen von Senioren mit Kriegsbemalung, die Parolen für oder gegen Stuttgart 21 skandieren. Yay! Der Rock n` Roll lebt! PresseCompany-Redakteurin Julia geht am Wochenende zum La Brass Banda Konzert (Sauber sog i. Es besteht Hoffnung). Stuttgart ist zugleich Vorreiter in Sachen Nostalgie und Emanzipation: Im Mineralbad Berg – inzwischen bin ich eine glühende Verehrerin der original schwäbischen Retro-Badekultur – gibt es einen aus einem Kilometer Umkreis frei einsehbaren FKK-Sonnenbalkon nur für Frauen. Die Männer haben keinen. Auf diesem illustren Balkon tummeln sich die „Bergianerinnen“ zwischen 18 und 98 Jahren und machen Politik. Anschließend wird ernst gebadet. In Stuttgart gibt es eine Mops-Statue und die einzige freilebende Gelbkopfamazonen-Population außerhalb Amerikas. Dinkelacker, Wulle und Stuttgarter Hofbräu finde ich gar nicht schlecht und es ist schon vorgekommen, dass ich am Wochenende mit knurrendem Magen auf der vergeblichen Suche nach frischen Maultäschle durch Augsburg gestromert bin. Vor unserer Stuttgarter Wohnung wurde ein Tatort gedreht. Wie cool ist das denn?

Jetzt aber Obacht! Es wird kompliziert, denn ich gebe zu: Eigentlich bin ich gar keine „echte“ Augsburgerin. Ich bin in Würzburg geboren. Würzburg liegt in Franken und Franken gehört bekanntlich nicht so richtig zu Bayern. Und um das Dilemma auf die Spitze zu treiben, rücke ich zähneknirschend mit der ganzen Wahrheit heraus: Ich bin nicht einmal eine „echte“ Fränkin. Die Hälfte meiner Familie kommt nämlich spätestens seit dem 30-jährigen Krieg aus einem Kaff bei Schwäbisch Gmünd. Gefühlt schon seit dem Paläolithikum, aber das ist nicht sicher belegt. Die Schweden oder die Häscher der protestantischen Union (oder wer auch immer) haben seinerzeit alle Dokumente verbrannt. Meine Mutter hat es als einzige aus diesem Clan geschafft, sich aus dem schwäbischen Hoheitsgebiet und dem Dunstkreis von Linsen und Spätzle nach Würzburg abzusetzen. Und schon nach einer halben Generation bin ich – meinen schwäbelnden Wurzeln völlig entfremdet – wieder da.

Heiligs Blechle!

Und so schließe ich mit den versöhnlichen Worten: Schduggi, i mog di! (Echt jetzt!) Lang lebe die Flädlesuppe!

Aber das lasse ich mir nicht nehmen:

Für den Gang zum Herbst-Wasen rufe ich offiziell zu Dirndl, Lederhosen und der Einstudierung mindestens eines seriösen Trinklieds auf!

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